Rückblick - Vor 70 Jahren - Graf Trips und Porsche

Am 04. und 05. Mai 2024 wurde auf Schloß Loersfeld bei Kerpen von der Gräflich Berghe von Trips`schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach eine öffentliche Veranstaltung unter dem Motto „Vor 70 Jahren – Graf Trips und Porsche" durchgeführt. An beiden Tagen fanden sich mehr als 300 interessierte Gäste ein ,u.a. Mitglieder des Münsteraner Porsche Clubs Monasteria mit ihrem früheren Präsidenten Manfred Schmale. Als Überraschungsgast brachte Manfred Schmale eine Nachfahrin der weitläufig verzweigten Familie von Trips mit – Pauline Gräfin Berghe von Trips, die erstmals die Heimat ihres berühmten Rennfahrer-Ahnen besuchte.

Start 70 Jahre 1

Dank hervorragender Kontakte des Stiftungsvorstandsmitglieds Jörg-Thomas Födisch stellte das Porsche Museum Stuttgart exklusiv zwei originale Rennfahrzeuge zur Verfügung, die Graf Trips 1954 und 1959/1960 zum Abschluss seiner Werkseinsätze für Porsche gefahren ist. Es handelt sich um den legendären Porsche 356 und den Formel 2 Grand Prix-Rennwagen vom Typ 718.

Unter anderem holte sich der Graf 1954 mit dem Porsche 356 1300 Super und dem Wolfsburger VW-Ingenieur Walter Hampel als Beifahrer den Klassensieg bis 1300 ccm bei der Mille Miglia in Italien. Das damals längste und schwierigste Straßenrennen der Welt führte über 1000 Meilen von Brescia nach Rom und zurück. Im gleichen Jahr wurde Trips, der die Saison aus familiären Gründen zeitweise unter dem Pseudonym „Axel Linther“ fuhr, Deutscher GT-Meister in der 1,6 Liter Tourenwagenklasse.

Bereits 1959 sollte der Graf für Porsche auf der Avus beim Deutschland Grand Prix den Formel 2 718/2 fahren. Wegen des tödlichen Unfalls seines Teamkollegen Jean Behra zog Porsche die Nennung zurück. Für 1960 erhielt Trips für Grand Prix Rennen einen Vertrag von Ferrari. Der Großer Preis von Deutschland war 1960 auf der Nürburgring-Südschleife für Formel 2 Rennwagen ausgeschrieben. Für dieses Rennen erhielt Trips von Ferrari eine Freigabe und beendete den Einsatz auf dem Formel 2 Porsche als Zweiter hinter seinem Teamkollegen Joakim Bonnier. In der 60er Saison starteten auch Edgar Barth, Hans Herrmann, Dan Gurney, Graham Hill, Stirling Moss und John Surtees sporadisch auf Porsche Formel 2 und verhalfen damit den Stuttgartern zum Gewinn der Formel 2-Konstrukteursmeisterschaft punktgleich mit Cooper.

RTL-Moderator Gregor König moderierte launisch und mit Sachkompetenz die Veranstaltung. Zunächst referierte das Stiftungsratsmitglied Professor Dr.-Ing. Frank Herrmann vom Institut für Fahrzeugtechnik der TH Köln in bekannter Manier detailliert über die Entwicklung der beiden Rennfahrzeuge und die erfolgreichen Renneinsätze des Grafen mit Porsche.

Einen weiteren Höhepunkt des Tages lieferte der ehemalige Tourenwagenweltmeister und DTM-Sieger Klaus Ludwig. Als Gastredner thematisierte er seine erfolgreichen Einsätze als Porsche-Werksfahrer und natürlich auch seine Rennen für die Porsche-Kundenteams Georg Loos, Erwin und Manfred Kremer und Reinhold Jöst. Der Interviewer Stefan Anton von der Scuderia Colonia hatte leichtes Spiel mit Klaus Ludwig. Stichworte genügten und schon erzählte der ehemalige Rennfahrer in einem mit Rennsportanekdoten gespickten Vortrag ausführlich über seine drei Siege 1979, 1984 und 1985 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Verdientermaßen erhielt er für seinen wundervollen Vortrag tosenden Beifall.

Zeitnah wurde eine Kooperation der Rennsportfreunde Graf Berghe von Trips Kart-Club Kerpen e.V und der Trips Stiftung vereinbart. Es geht hierbei nicht nur um gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch um die Förderung der Jugendarbeit im Nachwuchsbereich. Geschäftsführer Alex Geier stand Moderator Gregor König ebenfalls Rede und Antwort. Er berichtete über Vereinsaktivitäten und die Nachwuchsarbeit. Sein sechsjähriger Sohn, bereits heute leidenschaftlicher Kartpilot, erzählte unter dem Beifall der Besucher, dass es für ihn zur Zeit nur Karts und den Sänger Micky Krause gebe.

Zum Abschluss begrüßte Moderator König den erfolgreichen Kölner Nachwuchsrennfahrer Nico Hantke, der ebenfalls aus dem Kartsport kommt und 2024 für Walkenhorst Motorsport auf Aston Martin Vantage in der ADAC GT Masters Serie startet.

Viel zu schnell verging die Zeit, da waren sich alle Besucher einig. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „ Das war heute noch informativer und interessanter als ein Besuch an einer Rennstrecke – den Organisatoren und den Vortragenden gebührt Dank und Anerkennung für das, was uns hier heute geboten wurde“. Was will man mehr ?

Karl-Heinz Peters
Mitglied der Gräflich Berghe von Trips`schen Sportstiftung zu Burg Hemmersbach

Trips-Expositionen

Loersfeld 300

Das neue Domizil der Trips-Stiftung ist Schloss Loersfeld. Familiennachlass und Utensilien aus der Motorsportkarriere von Graf Trips sind auch im Automuseum Prototyp Hamburg, im ring°werk am Nürburgring und auf der Burg Wildenburg zu sehen.

Hier erfahren Sie mehr...

Wolfgang Graf Berghe von Trips

Trips 300

Wolfgang Alexander Graf Berghe von Trips, geboren am 4. Mai 1928 in Köln, aufgewachsen auf der väterlichen Burg Hemmersbach in Horrem, war der erste deutsche Rennfahrer, der nach dem Zweiten Weltkrieg einen Grand Prix gewann. Er siegte 1961 in Zandvoort/Holland …

Hier erfahren Sie mehr...

Der Rennsportfan

rennsportfan

Wer Details über den historischen Motorsport wissen will, der kann Jörg-Thomas Födisch fragen. Er ist ein wandelndes Lexikon und sein Privatarchiv in Deutschland und Europa wohl einzigartig. „Für mich hat der Rennsport einen großen Stellenwert“, sagt er. Gemeint ist Leidenschaft! …

Hier erfahren Sie mehr...

Ferrari 156 „Sharknose“

f156 300 o

Es gab einmal eine Zeit, in der sich die Konstruktionen der Rennställe gewaltig voneinander unterschieden. Heute gleichen sich in den Formel-Klassen die Boliden wie ein Ei dem anderen. Außergewöhnliche Fahrzeuge, wie etwa der Ferrari 156 „Sharknose“ der Jahre 1961 bis 1962 …

Hier erfahren Sie mehr...

Unvergessliche Große Preise

Unvergessliche Grands Prix

In den Jahren 1961 bis 2007 besuchte Jörg-Thomas Födisch mehr als 100 Läufe zur Automobil-Weltmeisterschaft. Er erlebte dabei Rennen, die in die Motorsport-Geschichte eingingen und sah Fahrer, die bereits zu Lebzeiten Legenden waren …

Hier erfahren Sie mehr...

Ferrari 156 „Sharknose“ Replika

F156 65 unpainted studio shot

Er bleibt für immer einer der schönsten Formel-1-Renner aller Zeiten, ein würdiger Weltmeisterwagen und für viele Fans auf tragische Weise mit dem Andenken an Wolfgang Graf Berghe von Trips verbunden. Kein einziges Original ist erhalten geblieben ...

Hier erfahren Sie mehr...

Graf Trips: Pionier des Kartsports

Trips Kart

Wolfgang Graf Berghe von Trips erwarb Anfang 1960 in Los Angeles ein Go-Kart und brachte es nach Deutschland. Er entwickelte die Idee, mit eigenen Mitteln und mit Unterstützung eines Automobilclubs sowie mehrerer befreundeter Firmen eine Kart-Rennstrecke zu bauen. …

Hier erfahren Sie mehr...

Graf Trips in der Formel 1

Trips Kart

Der Aufstieg von Wolfgang Graf Berghe von Trips vom Sport- und Tourenwagenfahrer in die Formel 1 dauert nur rund zwei Jahre: Von 1954 bis 1956 startet er auf Porsche und Mercedes, dann verpflichtet ihn Enzo Ferrari für die Königsklasse des Motorsports...

Hier erfahren Sie mehr...

Graf Trips, TCA und die Formel Junior

Trips TCA

Seit 1956 hatte Wolfgang Graf Berghe von Trips zum Renn- und Sportwagenbau in Italien intensiven Kontakt. So verfolgte er hautnah als Ferrari-Werksfahrer auch die Gründung der Formel Junior-Kategorie als Rennserie für italienische Nachwuchs-Piloten…

Hier erfahren Sie mehr...

Trips auf Titeln von Publikationen

Trips Titelseiten

Über die erfolgreiche Rennkarriere von Graf Berghe von Trips wurde in den Medien ausführlich berichtet. Das führte auch dazu, dass er auf zahlreichen Covern nationaler und internationaler Publikationen sowie mehreren Rennsportbüchern abgebildet wurde...

Hier erfahren Sie mehr...

In Beaulieu schlagen Oldie-Herzen hoch

Beaulieu

Eingebettet in der malerischen Naturlandschaft am Rand des National Parks befindet sich "Palace House", der Herrensitz des Auto-begeisterten Lord Montagu (1926 - 2015). Montagu, der die Veranstaltung 1967 ins Leben rief, stellt inmitten seines Areals zweimal im Jahr ...

Hier erfahren Sie mehr...

Trips: seine Sport- und Rennwagen

Trips Rennwagen

Innerhalb von acht Jahren pilotierte Wolfgang Graf Berghe von Trips zahlreiche Wettbewerbs-Fahrzeuge aus Stuttgart-Zuffenhausen, aus Stuttgart-Untertürkheim und aus Maranello. Trips gewann die deutsche Meisterschaft und die Europa-Bergmeisterschaft für Porsche ...

Hier erfahren Sie mehr...