Sie dachten, über den „Ring“ sei bereits alles gesagt und jedes Foto-Archiv geplündert worden? Dann dürfen wir Ihnen diesen besonderen Prachtband ans Herz legen: „Comeback des Nürburgrings“, ein Buch wie der Scheunenfund eines 300 SL-„Flügeltürers“, nur ganz ohne Staub und ohne Rost. Der Fokus liegt, wie der Untertitel aussagt, auf den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, einer Zeitspanne, die bisher ein bisschen stiefmütterlich links liegen gelassen wurde.

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus über die Vielzahl von brillanten Schwarz-Weiß- und Color-Bildern, die Jörg-Thomas Födisch, Michael Behrndt, Nils Ruwisch und Ecki Schimpf mit Unterstützung der renommiertesten Fotografen der damaligen Zeit zusammengetragen haben, nie vorher gesehen und auf 320 Seiten häufig in wundervoller XXL-Größe präsentiert.

Allein die Namen dieser Rennsport-Bild-Professionals vergangener Jahre garantieren Besonderes: Julius J. Weitmann, Bernard Cahier, Yves Debraine, Ami Guichard, Günther Molter, Geoffrey Goddard und Hans-Peter Seufert. Dazu gehören natürlich die TOP-Aufnahmen der weltbekannten Foto-Agenturen von Getty Images, Klemantaski, Motorsport Images und der GPLibrary. Aber auch außergewöhnliche Motive aus den Archiven von Mercedes-Benz, vom Unternehmensarchiv Porsche, der Motorpresse Stuttgart, aus der (wahrscheinlich) größten Nürburgring-Foto-Privat-Sammlung von Nils Ruwisch und der weltbekannten LOH Collection bereichern die Bildergalerie einer lange zurückliegenden Epoche.

Ebenso faszinierend ist die Bandbreite der Großereignisse: von den Wagen-Paradeveranstaltungen Großer Preis von Deutschland mit dem so genannten Jahrhundert-GP 1957 und den ADAC-1000-Kilometer-Rennen über die gemischten Events für zwei und vier Räder wie bei den Eifelrennen, nicht zu vergessen die three-wheeler-Dramen in den Seitenwagen-Kategorien mit dem unfassbaren Risiko für ihre Protagonisten und ihrem enormen Zuschauer-Appeal. Und: vom Eifelpokalrennen 1947 bis hin zum vergessenen Saisonfinale 1959 in Gestalt der „Labor Day Races“, den die amerikanische Motorsport-Dachorganisation ATMA (für Automobile Touring and Motorsport Association) im September 1959 veranstaltete, nicht ausschließlich für ihre US-Klientel, sondern genauso für deutsche Bewerber.

Textmäßig lässt sich dieses großformatige und umfassende Werk natürlich auch nicht lumpen: vom spannenden Beitrag des Ring-Urgesteins Eckhard Schimpf über sein Leben mit, auf und in der „Grünen Hölle“ über die knappen Einleitungen zu jedem Jahr und jeder dargestellten Veranstaltung bis hin zu den qualifizierten Bildunterschriften vom legendären „Motorsport-Marathon-Mann“ Hartmut Lehbrink. Auch für ihn gilt ein Alleinstellungsmerkmal: Lehbrink war ab 1952 vor Ort, damals die rund 170 Kilometer von Essen mit dem Fahrrad „angereist“. Gelegentlich erzählt er einfach von sich selbst und seinen unauslöschlichen Eindrücken. Und: Hartmut Lehbrink ist bis auf den heutigen Tag in den weltweiten Media Centres der Formel 1 zu finden, ausgestattet mit einem FIA-Pass auf Lebenszeit – allein deshalb, weil er mehr als 550 WM-Grands Prix der Königsklasse live begleitet hat!

Summa summarum
Wiedersehen macht Freude: Lassen auch Sie sich einfangen von einen völlig neuen Panoramablick auf die fünfziger Jahre auf der schönsten, schwierigsten und faszinierendsten Rennstrecke der Welt – so war der Nürburgring nur damals zu erleben, und so ist er noch nie im Buch gezeigt worden.

Das Album der „50er“ erinnert zugleich an den legendären Eifel-Kurs in der Zeit vor den großen Umbauten. Die Zuschauer – oft nur durch Hecken vom Geschehen getrennt – konnten die Fahrer und ihre Autos hautnah erleben und fotografieren. Damals wanderten die Fans oft zu mehreren Streckenabschnitten und suchten sich die besten Zuschauerplätze.
Im neuen Bildband kehren Sie zurück in eine Zeit, in der die Nord- und Südschleife und der Motorsport neu starteten, mit außergewöhnlich stimmungsvollen Fotos, die die damalige Strecke mit ihren vielfältigen Eindrücken der Rennen, dem bunten Treiben an den berühmten Streckenabschnitten, an den Boxen sowie im Fahrerlager vermitteln.

Da historische Fotos immer faszinieren, ebenso wie der historischer Motorsport, dürfte das einzigartige Buch eine starke Anziehungskraft und Faszination – nicht nur für die „alte Garde“ – ausüben, denn die Retrospektive „der 50er“ war für den deutschen Motorsport eine wichtige Epoche.
Das Buch, nicht nur für die Fans des Nürburgrings und die Freunde der historischen Motorsport-Fotografie verfasst, schließt nahtlos an den Titel „Nürburgring-Album 1960–1969 – Nordschleife & Südschleife“ an.

Jörg-Thomas Födisch, Michael Behrndt, Rainer Roßbach, Nils Ruwisch
Comeback des Nürburgrings
Die Fünfziger Jahre
Format 240x 300mm
320 Seiten
10 farbige Abbildungen, 343 Schwarzweiss-Fotos, 41 Farbfotos
Juli 2026
ISBN 978 3 98256 375 6
Prova Edition

Nürburgring Album 1960-1969: Nordschleife & Südschleife
Wiedersehen macht Freude: Das Nürburgring Album erinnert an den legendären Eifel-Kurs in der Zeit vor den großen Umbauten. Als Besucher – nur durch Hecken vom Geschehen getrennt – die Fahrer und ihre Autos erleben und fotografieren konnten, als man nicht das ganze Wochenende auf nummerierten Sitzplätzen verbrachte, sondern die Strecke abwanderte und sich die besten Aussichtspunkte suchte. Kommen Sie mit auf eine Ring-Runde und quer durch die aufregenden Sechziger. Einmalig stimmungsvolle Fotos zeigen den Ring, das bunte Treiben an der Strecke, an den Boxen und im Fahrerlager – und vielfältige Eindrücke von den Rennen. Von Streckenabschnitt zu Streckenabschnitt geht die große Bilderrunde, vom Start ins Eifelwaldidyll Hatzenbach zu den Abenteuern der Touristenfahrer im Adenauer Forst, zu fliegenden Formelrennern am Brünnchen und Zeltstädte passierenden Sportwagen am Schwalbenschwanz. So war der Ring nur damals zu erleben, und so ist er noch nie im Buch gezeigt worden.
Michael Behrndt, Jörg-Thomas Födisch, Nils Ruwisch
Vorwort Hans Herrmann
Deutsch und Englisch
Format 300 x 240mm
256 Seiten mit 255 Schwarz-Weiß- und 103 Farbfotos.
ISBN. 978-3-947156-50-4.
McKlein
Buch-Rezension von Herrn Thomas Nehlert
Wundervoller Rückblick auf eine große Epoche des Nürburgrings
Nach dem im vergleichbaren Format gehaltenen Band „Nürburgring Album – Nordschleife & Südschleife 1960-1969“ präsentieren nun Jörg Thomas Födisch, Michael Behrndt, Rainer Roßbach und Nils Ruwisch eine noch umfangreichere und schlichtweg begeisternde Rückschau auf die 1950er Jahre der legendären Rennstrecke in der Eifel.
In 12 Kapiteln werden auf 320 Seiten die bedeutendsten Rennen der Jahre 1947 bis 1959 auf dem Nürburgring in rund 390 Abbildungen chronologisch erfasst. Zu jedem Jahr wird auf zwei bis drei Seiten über den Grand Prix, das Eifelrennen und (ab 1953) die 1000 Kilometer berichtet, bevor eine ausführliche Bildstrecke, dem Betrachter einen hervorragenden Eindruck vom damaligen Renngeschehen vermittelt.
Die Fotos stammen aus zahlreichen Archiven, darunter auch namhafte große Sammlungen wie Bernard Cahier, Motorsport Images, Motorpresse sowie die Unternehmensarchive von Porsche und Mercedes-Benz. Den größten Teil der Abbildungen steuert allerdings Nils Ruwisch aus seinem mehr als bemerkenswerten Privatarchiv bei. Gerade auch diese bisher unveröffentlichten Ablichtungen machen den besonderen Wert dieses Buchs aus.
Beeindruckend sind die Tiefe und Ausdruckskraft insbesondere der über 340 Schwarzweiß-Fotos, die so manches gestochen scharfe farbige Hochglanzfoto der Gegenwart blass aussehen lassen. Heute kann jeder mit den modernen Smartphone-Kameras mit großem optischen Zoom alle Details eines Rennens mit Leichtigkeit aufnehmen; die Fotografien der damaligen Zeit jedoch stellen wahre Kunstwerke dar, die nur mit großer Erfahrung, einem gewieften Blick für das richtige Motiv und raffinierter händischer Kameraeinstellung zustande kamen.
So muss man den vorliegenden Band wirklich als erschwingliche Schatztruhe der Motorsportfotografie bezeichnen. Stimmungsvolle Fotos aus dem sogenannten alten Fahrerlager, von der herrlichen Eifellandschaft, der Vorbereitung der Rennfahrzeuge sowie beeindruckende Fahrerporträts von Farina, Ascari, Fangio, Moss, Collins, Hawthorne, Behra, von Trips, Brooks, Edgar Barth und Hans Herrmann ziehen den Betrachter ebenso in ihren Bann wie Abbildungen vom Le-Mans-Start zum 1000-km-Rennen, von den damals noch zierlichen Formel-Rennwagen oder den mächtigen Mercedes-Benz 300 SLR, Ferrari Testa Rossa. Jaguar D-Type und Aston Martin DBR. Hervorzuheben sind auch Bilder aus der Perspektive der Zuschauer und vom Treiben neben der Rennstrecke auf den Park- und Campingplätzen oder im Eifelstädtchen Adenau. Es ist erfreulich, dass auch die Motorradrennen der damaligen Zeit in angmessenem Rahmen berücksichtigt werden. All das vermittelt eine fast schon intime Nähe zum damaligen Geschehen, wie ich sie bisher in keinem anderen Buch gefunden habe.
Die Reproduktion der teilweise im großen, ganzseitigen Format gehaltenen Fotos auf hochwertigem Mattglanzpapier ist hervorragend wie auch die Verarbeitung des Buchs. Die begleitenden Texte und die informativen Bildunterschriften verraten die hohe Kompetenz des Autorenteams und seine Vertrautheit mit der Materie.
Ein Text allerdings verdient eine besondere Hervorhebung: „Ein paar Worte voraus …“ von Eckhard Schimpf. Der 1938 geborene Braunschweiger, der sich selbst oft so bescheiden als „Dampfplauderer“ bezeichnet, wenn er öffentlich Gespräche und Diskussionen über den Motorsport führt, ist ein echtes Multitalent – Journalist, Autor zahlreicher Bücher (unter anderem über „Porsche & Piech“), Rennfahrer, Manager. Hier beschreibt er auf lebhafte Weise seine vielfältigen Erinnerungen an den Nürburgring, die bis ins Jahr 1944 zurückreichen. Allein diese plastischen, leider nur acht Seiten langen Reminiszenzen – eher bildhaft als nostalgisch – wären schon die Anschaffung des Bandes aus der provaEdition wert.
2027 wird der Nürburgring als eine der legendärsten, schwierigsten und faszinierendsten Rennstrecken der Welt 100 Jahre alt und sicher werden aus diesem Anlass zahlreiche Bücher erscheinen. Schon vorab kann „Comeback des Nürburgrings – Die fünfziger Jahre“ als eine der lohnendsten Publikationen über den von Jackie Stewart einst als „grüne Hölle“ bezeichneten Eifelparcours empfohlen werden.
Text: Thomas Nehlert









































































































































